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Niedersachsen und Südtirol: Zukunft des Obstbaus gemeinsam sichern

Die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast hat Südtirol besucht. Chancen und Herausforderungen im Obstbau standen dabei im Mittelpunkt.
Wirtschaft | 09.08.2019 | 09:18Den Innovationen im Obstbau und den modernen Vermarktungsstrukturen galt die besondere Aufmerksamkeit der niedersächsischen Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast. Gemeinsam mit einer Delegation aus Fachleuten der Obstbauversuchsringe, der Obstversuchsanstalt der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und des Öko-Obstanbaus aus dem Alten Land hat die Ministerin in dieser Woche Südtirol besucht. Der Obstbau stellt eine große Gemeinsamkeit zwischen Niedersachsen und Südtirol dar: An der Niederelbe, wo sich das größte zusammenhängende Obstanbaugebiet Deutschlands befindet, wird seit über 700 Jahren Obst angebaut.Zusammenarbeit der Forschungszentren Ein Ziel der Informationsreise war das Versuchszentrum Laimburg. Seit Jahren tauschen sich die Experten im Obstbauzentrum Esteburg im niedersächsischen Jork mit den Kollegen der Laimburg aus. Bei den gemeinsamen Projekten geht es zum Beispiel darum, neue Schaderreger im Obst zu bekämpfen, alternative Lagerungsmethoden zu testen oder die Technik für den Pflanzenschutz zu optimieren. Beide Zentren gehören zudem dem europaweiten Forschungsnetzwerk EUFRIN an. "Durch eine unabhängige obstbauliche Forschung wird eine fundierte Beratungsgrundlage erarbeitet. Für künftige Fragestellungen ist die Zusammenarbeit unserer Versuchszentren bedeutend", betonte Ministerin Otte-Kinast.Die Praxis des Obstanbaus stand im Mittelpunkt des Austausches mit Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler. Bei dem Besuch eines Obsthofs erhielt die Delegation Einblick in den Südtiroler Obstbau. "Um voneinander zu lernen ist nicht nur die Theorie, sondern auch die Praxis wesentlich", betonte Landesrat Schuler und fügte hinzu: "Südtirol und Niedersachsen haben viel gemeinsam, vom Obstbau bis hin zu den Großraubtier- und Tierwohlthematiken, stehen wir vor ähnlichen Herausforderungen. Der gegenseitige Austausch ist daher umso wichtiger."Risikovorsorge, Vermarktung, PflanzenschutzWährend der Delegationsreise fegte ein Unwetter über Bozen hinweg und verursachte bis zu 100 Prozent Ernteausfall in den Obstanlagen. Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast dazu: "Der extreme Hagelschauer zeigt, wie wichtig die Risikovorsorge für die Sonderkulturen ist." Dies bekräftige auch Landesrat Schuler: "Die Landwirtschaft hängt vom Wetter ab, das Klima spielt daher eine wichtige Rolle. Umso wichtiger ist die Risikovorsore für die Landwirtschaft. Derartige Unwetter zeigen, dass der Klimawandel uns vor große Herausforderungen stellt. Es gilt die Anforderungen vonseiten der Gesellschaft, aber auch die Natur zu respektieren."Ein weiteres Ziel der Delegationsreise war es, das Südtiroler Genossenschaftswesen und die Vermarktungsstrukturen kennenzulernen. Die Delegation besuchte daher das Haus des Apfels in Terlan, den Sitz des Verbandes der Südtiroler Obstgenossenschaften VOG. Die Obmänner der Verbände VOG und VI.P, Georg Kössler und Thomas Oberhofer, und ein Vertreter der VOG Products stellten den Anwesenden die jeweilige Vermarktungsstrukturen vor und präsentierten Wissenswertes rund um die Verkaufs- und Marketinginitiativen der drei Unternehmen.Bei einem Zusammentreffen mit dem Südtiroler Beratungsring in Lana, kam es zu einem regen Austausch über die wichtigen Herausforderungen im Obstbau, insbesondre in Bezug auf Pflanzenschutzmittel, aber auch auf die immer stärkere Digitalisierung und den Fachkräftemangel.Zum Abschluss besichtigte die Delegation die Biogasanlage im Wipptal, wo die Ministerin sich über die Trennung von Wirtschaftsdünger informierte.LPA
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