Anzeige
LPA

1919-2019: Südtirol an Saint Germain erinnern

Mit dem Vertrag von Saint Germain kam Südtirol vor 100 Jahren zu Italien. Das Zentrum für Regionalgeschichte startet eine Reihe an Initiativen, um Geschichte greifbar zu machen.
Schule / Kultur | 09.08.2019 | 12:28Mit einer Reihe an Friedensverträgen wurde im Jahr 1919 der Erste Weltkrieg beendet. Auch Südtirol fand darin seine Berücksichtigung, schließlich wurde durch den Vertrag von Saint-Germain die Brennergrenze besiegelt, und Südtirol gehörte fortan Italien an. Mit einer Reihe von Initiativen erinnert das Kompetenzzentrum für Regionalgeschichte der Freien Universität Bozen an "100 Jahre Pariser Friedensverträge". Diese wurden heute (9. August) in Bozen vorgestellt.5. September im Zeichen von Saint-Germain, Option, Paket"Paris und die dortigen Friedensverhandlungen verändern Europa und die Welt mehr, als jeder Friedensschluss vorher", hob der Leiter des Zentrums für Regionalgeschichte Oswald Überegger hervor. Es handle sich dabei um eine Zäsur am Ursprung des Südtirol-Problems, weshalb es mehr als berechtigt sei, hier einen umfangreichen Veranstaltungs- und Forschungsschwerpunkt zu setzen. Auch Landeshauptmann Arno Kompatscher bezeichnete die Initiativen als wichtig: "Wir müssen wissen, was und warum etwas geschehen ist, um Zusammenhänge zu erkennen und unsere Schlüsse daraus zu ziehen", sagte der Landeshauptmann. Auch das Land Südtirol erinnere am heurigen Tag der Autonomie am 5. September mit einer Veranstaltung in besonderer Weise an den Friedensvertrag von Saint-Germain, ebenso wie an die Option (1939) und an den Paketabschluss (1969). Potpourri an Initiativen des Zentrums für RegionalgeschichteDie Präsidentin der Freien Universität Bozen Ulrike Tappeiner hob hervor, dass Forschung nicht im Elfenbeinturm passieren dürfe, sondern vielmehr in die Breite gehen müsse. Das Kompetenzzentrum für Regionalgeschichte habe "ein Potpourri an Initiativen" entwickelt, unter denen die geplante Veranstaltungsreihe "History on Tour" besonders hervorsticht. Dabei handelt es sich um eine Vermittlungsinitiative, die im Frühjahr 2020 starten soll und bei der lokale Bildung- und Kulturorganisationen ein historisches Vortragsprogramm "buchen" können. Unmittelbar bevor steht die Veröffentlichung der Publikation von Oswald Überegger "Im Schatten des Krieges. Geschichte Tirols 1918-1920" an. Bereits im Oktober startet eine international besetzte öffentliche Vortragsreihe, bei der die Tiroler Geschichte im internationalen Kontext analysiert werden soll. Parallel dazu laufen unterschiedliche wissenschaftliche Initiativen: Im November wird eine internationale Tagung das Erbe des Ersten Weltkrieges untersuchen. Daran teilnehmen werden über 20 Historiker aus unterschiedlichen europäischen Staaten. Weiters rückt ein Forschungsprojekt politische Positionen, diplomatische Strategien und gesellschaftliche Diskurse in den Fokus. Dabei handelt es sich um das Euregio-geförderte Projekt Historegio, das gemeinsam mit den Universitäten Innsbruck und Trient durchgeführt wird. Weitere Informationen zu den Veranstaltungen und Projekten sind auf der Internetseite des Kompetenzzentrums für Regionalgeschichte der Freien Universität Bozen (https://www.unibz.it/it/home/research/competence-centre-regional-history/) abrufbar.Das Kompetenzzentrum für Regionalgeschichte ist an der Freien Universität Bozen angesiedelt und seit 2010 aktiv. Das Zentrum betreibt Forschung im Bereich der (Gesamt-)Tiroler Zeitgeschichte, Frauen- und Geschlechtergeschichte und arbeitet zudem an der Wissensverbreitung. Laut Uni-Präsidentin Tappeiner bildet das Zentrum ein "Scharnier zwischen der italienischen und der deutschsprachigen Geschichtsforschung in einem breiten internationalen Kontext".ck
Anzeige
Anzeige

Hinterlasse einen Kommentar

Mehr Artikel

 | 
He says, she says

Ist der Weltfrieden weiblich?

In allen Ecken der Welt wird gemetzelt, geschossen, gesprengt. Liegt es daran, dass am Ende der Zündschnur immer Männer stehen?
0    
 | 
HIV und AIDS in Südtirol

Das Leben mit dem Tod

25 Menschen stecken sich in Südtirol jährlich mit dem HI-Virus an. Sicheres Todesurteil ist das keines mehr, aber Garant für Scham und Ausgrenzung.
0    

Resist

Mit „Resist“ legt die junge Rittner Rockband „Last Chance“ ihre erste eigene Single vor. Der Song handelt von Selbstvertrauen und Selbsthass.
 | 
Interview mit Spitzenkoch Roland Trettl

„Ich bin und bleibe Südtiroler“

Roland Trettl über First Dates, seine Hassliebe Südtirol und sein neues Buch „Nachschlag“, in dem er zu allem, was ihm nicht passt, seinen Senf dazugibt.
0    
 | 
Straßenzeitung Zebra

„Hopp, es geht weiter!“

Stephan verkaufte zebra. ab der ersten Stunde. Das gab ihm die Stabilität, um weitere Schritte zu wagen. Heute kann er sagen, dass er es geschafft hat.
0    
Anzeige