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Weltflüchtlingstag am 20. Juni: Bedarf an humanitärer Hilfe steigt

Millionen von Menschen sind weltweit auf der Flucht, einige von ihnen stranden in Südtirol. Derzeit wird nach weiteren Standorten für ihre Aufnahme gesucht.
"Wir erwarten uns aufgrund der aktuellen Entwicklungen, dass der Flüchtlingsstrom in den Sommermonaten wieder zunehmen wird und wollen uns frühzeitig für die Aufnahme neuer Asylbewerber rüsten", betont Soziallandesrätin Martha Stocker am Weltflüchtlingstag. Bisher wurden in 16 Unterkünften südtirolweit 898 Personen aufgenommen, geplant ist eine Aufstockung um weitere 700 Plätze im Laufe der nächsten Monate. Das Land ist bisher in Innichen und in Auer fündig geworden, andere Standorte werden derzeit noch überprüft. Der zusätzliche Bedarf in den einzelnen Bezirken wurde bereits ermittelt: Das Burggrafenamt muss weitere 102 Unterkünfte bereitstellen, Eisacktal 139, Pustertal 153, Salten-Schlern 91, Überetsch-Unterland 161 und Vinschgau 54 Plätze.Geeignete Immobilien, die sofort oder nach geringen baulichen Eingriffen zur Verfügung stehen und mindestens 25 Personen Platz bieten, können als Standort in Betracht gezogen werden. Bisher wurden diese nicht nur von der öffentlichen Hand zur Verfügung gestellt, auch einige Private haben der Landesverwaltung in ihrem Besitz stehende Einrichtungen zur Unterbringung von Flüchtlingen gemeldet.Der Unternehmer Hellmuth Frasnelli ist einer von ihnen: Er hat dem Land eine Immobilie in der Lagedergasse in Bozen für die Aufnahme von Asylbewerbern zur Verfügung gestellt. Dabei stellt der Unternehmer die Immobilie nicht nur kostenlos zur Verfügung, sondern hat auch die notwendigen Umbauarbeiten übernommen. Bei der Schlüsselübergabe an die Organisation Volontarius, welche die Asylbewerber dort betreuen wird, zeigte sich Landesrätin Martha Stocker erfreut über diese großzügige Geste: "Die Bereitstellung dieser Immobilie ist ein Vorzeigebeispiel. Während der Zeit bis zur Entscheidung ihres Asylantrages finden 35 Menschen hier eine Bleibe und dürfen etwas hoffnungsvoller in die Zukunft blicken." Die Einrichtung wird in besonderer Weise für die Aufnahme von Familien mit Kindern, die einen Asylantrag gestellt haben, verwendet werden, da sie aufgrund von Lage und Eigenschaften dafür geeignet ist.Gerade im Hinblick auf den Weltflüchtlingstag sind Nachrichten von solidarischem Handeln und gemeinsamer Verantwortung von allergrößter Wichtigkeit. Menschen, deren Weg von Gewalt und Verlust gekennzeichnet ist, die aber auch mit Mut und Hoffnung in die Zukunft blicken wollen, finden in Südtirol vorläufig eine Heimat. "Unbeschadet der politischen Lösungen, die auf europäischer Ebene gefunden werden müssen, verlangt diese Krise ungeahnten Ausmaßes die Verantwortlichkeit von uns allen, denn Flüchtlinge sind Menschen wie du und ich", sagt Landesrätin Stocker und hofft auf weitere Solidarität im Lande.LPA
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