Anzeige
LPA

IT-Masterplan: Umsetzung der digitalen Patientenakte mit der SAIM

Die Auftragsvergabe zur Neuerstellung der digitalen Patientenakte an die SAIM stand im Mittelpunkt einer Berichterstattung im Landtag am Donnerstag (12. Mai).
Der IT-Masterplan ist ein strategisches Planungsinstrument auf dem Weg zu einem neuen landesweiten Informationssystem des Südtiroler Sanitätsbetriebes. Dieser von der Landesregierung genehmigte Plan sieht unter anderem die Umsetzung der digitalen Patientenakte vor. "Der elektronische Austausch von klinischen Befunden ist eine zentrale Erleichterung für den Ablauf des Betriebes – für die Ärzte und Pfleger, vor allem aber für die Bürger und die Patienten", führte Gesundheitslandesrätin Martha Stocker in die Berichterstattung im Landtag am heutigen Donnerstag ein. Der Generaldirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebes Thomas Schael sowie eine Reihe von Führungskräften im Sanitätsbetrieb und externen Beratern gaben dabei den Landtagsabgeordneten Auskunft über die Vergabe des Auftrages zur Neuerstellung der digitalen Patientenakte an die Südtirol Alto Adige Informatik und Medizin GmbH (SAIM). Die rechtlichen Aspekte des SAIM-Vertrages, die Umgestaltung der Führungsstruktur und die Gegenüberstellung zu möglichen anderen Lösungswegen waren dabei die Kernpunkte der Diskussion.Neues Statut für die SAIMIn der Berichterstattung an die Landtagsabgeordneten erläuterten die Experten die Hintergründe der Entscheidung, in der Umsetzung der digitalen Patientenakte – ein Teil des IT-Masterplans – die Zusammenarbeit mit der SAIM fortzuführen. Die SAIM ist eine Gesellschaft zwischen dem Südtiroler Sanitätsbetrieb (51 Prozent) und den privaten Mitinhabern Insiel Mercato (46,5 Prozent) und Datef (2,5 Prozent). Ausschlaggebend für diese Entscheidung war laut den Experten zum einen, dass eine neue, europäische Ausschreibung viel Zeit in Anspruch nehmen und zu weiteren nicht mehr tragbaren Verzögerungen in der Umsetzung führen würde. Die Wirtschaftlichkeit und die Angemessenheit des Vertrages mit der SAIM, aber auch ein Ausstiegsszenario wurden im Vorfeld der Entscheidung vom externen Unternehmen NetSquare überprüft, das eine klare Empfehlung für die Zusammenarbeit mit der SAIM ausgesprochen hat. Die bisherigen Schwierigkeiten begründen sich laut den Experten in einer fehlenden landesweit einheitlichen Vorgangsweise in der EDV-Politik des Südtiroler Sanitätsbetriebes. "Mit der Abänderung des SAIM-Statutes werden der Gesellschaft aus öffentlichen und privaten Teilhabern neue Spielregeln auferlegt", erläuterten die Experten. In den Verhandlungen mit der SAIM wird zudem der Verwaltungsrat von fünf auf drei Mitglieder reduziert.Zu hoher Aufwand bei Übernahme der Trentiner EDV Auskunft gaben die Experten auch über die Entscheidung gegen eine Übernahme des EDV-Systems aus dem benachbarten Trentino. Die Übertragung der Trentiner Lösung auf Südtirol ist laut der heutigen Berichterstattung im Landtag nicht eins zu eins möglich, sondern wäre mit großen Anpassungsarbeiten vor allem zur Gewährleistung der Zweisprachigkeit und in der Schaffung von Schnittstellen zu anderen Teilen des gesamten EDV-Systems des Südtiroler Sanitätsbetriebes verbunden. "Mit der Übergabe der detaillierten Dokumentation zum IT-Masterplan und dem heutigen Austausch mit den Experten hat der Südtiroler Sanitätsbetrieb den Landtagsabgeordneten in höchster Transparenz Auskunft über die Entscheidungen gegeben", unterstrich Landesrätin Stocker zum Abschluss des Treffens.Über die Hintergründe der Entscheidung für die Umsetzung der digitalen Patientenakte in Zusammenarbeit mit der SAIM gaben für den Südtiroler Sanitätsbetrieb neben Generaldirektor Thomas Schael der Verwaltungsdirektor Marco Cappello und der Direktor der Abteilung Einkäufe Alessandro Amaduzzi sowie die externen Berater der Verantwortliche für e-Health in der Federsanità-ANCI Massimo Mangia und der Vertreter der Firma NetSquare Paolo Colli Franzone den Landtagsabgeordneten Auskunft. Mit dabei waren auch der Direktor der Abteilung Informatik im Sanitätsbetrieb Christian Steurer und der Verantwortliche für Projektmanagement und Innovation Christian Schatzer.mp
Anzeige
Anzeige

Hinterlasse einen Kommentar

Mehr Artikel

 | 
Kollateralschäden

„Komplett vergessen“

Die Gesellschaft zeigt sich bereit für den Neustart. Und lässt dabei viele zurück.
0    

Blinding Lights

Cemetery Drive verwandeln den Pop-Hit „Blinding Lights“ von The Weeknd in eine Punkrock-Hymne. Das Musikvideo zum Song entstand in der Quarantäne.
 | 
Interview mit Filmemacher Lukas Pitscheider

Die letzten Österreicher

Der Grödner Lukas Pitscheider entdeckte zufällig eine fast vergessene österreichische Kolonie in der Ukraine. Daraus machte er einen preisgekrönten Film.
0    
 | 
Interview zur Lage der Studierenden

„Nicht gerade überrepräsentiert“

Die Probleme sind groß, werden sie aber auch gesehen? Auch Studierende brauchen starke Lobbyarbeit, fordert Julian Nikolaus Rensi aus dem Vorstand der SH.
0    

Wo kear i hin

Über Demokratie, Trump und Fake News in Zeiten von Corona singt der Brixner Liedermacher Markus „Doggi“ Dorfmann in seinem neuesten Song.
Anzeige