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Trennung und Scheidung: Landesregierung genehmigt Maßnahmenkatalog

Familien in Trennungssituationen rechtzeitig vernetzt zu unterstützen und professionell zu begleiten: Darauf zielt das Maßnahmenpaket im Projekt "Familie stärken" der Landesfamilienagentur ab, das heute (02.02.16) von der Landesregierung genehmigt wurde.
In Südtirol wird durchschnittlich jede vierte Ehe geschieden und jährlich sind etwa 500 minderjährige Kinder von der Trennung oder Scheidung der Eltern betroffen. Eine Trennung ist für Eltern und Kinder oft sehr belastend. Um betroffenen Familien in dieser schwierigen Situation möglichst früh Unterstützung und professionelle Hilfe anbieten zu können, hat die Landesregierung heute (02.02.16) auf Vorschlag von Familienlandesrätin Waltraud Deeg einen Maßnahmenkatalog zum Handlungsfeld "Trennung/Scheidung" im ressortübergreifenden Projekt "Familie stärken" genehmigt. Vorgesehen ist unter anderem der Ausbau niederschwelliger Anlaufstellen in jedem Bezirk, um Familien in herausfordernden Beziehungssituationen schnell eine unbürokratische und umfassende Beratung in rechtlicher, pädagogischer, psychologischer, finanzieller und organisatorischer Hinsicht bieten zu können. "Die Familienberatungsstellen erfüllen bereits wichtige Dienste in diesem Bereich", so Landesrätin Deeg, "aber es geht vor allem darum, die vorhandenen Ressourcen zu stärken und auszubauen, damit Hilfestellungen in angemessener Zeit angeboten werden können, um die Eskalation von Konflikten rechtzeitig zu vermindern bzw. zu vermeiden". Ziel sei es letztlich, so Landesrätin Deeg, gemeinsam einheitliche Standards und Verfahrensweisen zu entwickeln und somit ein erweitertes, qualitativ hochwertiges Angebot an Unterstützung und Beratung anzubieten.Weiters soll über die Homepage der Landesfamilienagentur und über geeignetes Informationsmaterial ein Überblick über alle Beratungsangebot gegeben und für das Thema sensibilisiert werden. Neu ist der Ansatz, Trennungs- und Scheidungssituationen künftig vermehrt in einer interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen allen betroffenen Stellen (Gericht, Anwälte, Sozialsprengel, Beratungsstellen, Kinder- und Jugendanwaltschaft, Schulen, Kindergarten und Kleinkinder-Betreuungsstrukturen usw.) zu begegnen. Dieses vernetzte Arbeitsmodell wurde bereits als "Cochemer Praxis" in Deutschland mit Erfolg angewandt. "Es ist notwendig, die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auszubauen", ist Familienlandesrätin Deeg überzeugt. Dies sei im Interesse der Kinder, die am stärksten unter Trennungssituation leiden würden. "Durch eine ganzheitlichen, aufeinander abgestimmten Vorgehensweise, sollen die Eltern trotz Trennung in die Lage versetzt werden, miteinander zu sprechen, statt zu streiten, und die Bindung des Kindes zu beiden Eltern auch während und nach der Trennung gestärkt werden."Die heute von der Landesregierung genehmigten Maßnahmen werden nun in Zusammenarbeit mit dem Ressort für Gesundheit und Soziales, den Bildungsressorts, dem Ressort für Bildungsförderung, Deutsche Kultur und Integration umgesetzt. Parallel dazu arbeitet die Landesfamilienagentur bereits an dem zweiten Handlungsfeld im Projekt "Familie stärken", das sich mit der Zeit der Schwangerschaft bis zum dritten Lebensjahr des Kindes beschäftigt. rm
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