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Neun Großkraftwerke nun zur Gänze in Südtiroler Hand

Neun Großkraftwerke sind seit heute (Dienstag, 29. Dezember) zur Gänze in Südtiroler Hand. Mit der Unterzeichnung des entsprechenden Vertrags hat die SEL die Edison-Anteile der Hydros- und SELEDISON-Kraftwerke übernommen. "Damit haben wir das seit Jahrzehnten verfolgte energiepolitische Ziel erreicht, Südtirols Energie in Südtiroler Händen zu halten", so Landeshauptmann Arno Kompatscher.
Ein letzter, aber großer und wichtiger Schritt wurde heute gesetzt, bevor im kommenden Jahr die neue Südtiroler Energiegesellschaft Alperia in See sticht: Edison-Geschäftsführer Bruno Lescoeur und SEL-Vizepräsident Giovanni Polonioli haben die Verträge unterzeichnet, durch die Edison ihre 42-prozentige Beteiligung an den zwei SELEDISON-Kraftwerken und ihre 40-prozentige Beteiligung an den sieben Hydros-Werken der SEL abtritt."Nach der Übernahme der ENEL-Anteile durch SE Hydropower im vergangenen April haben wir das seit Jahrzehnten verfolgte energiepolitische Ziel erreicht, Südtirols Energie in Südtiroler Händen zurückzuführen", so Landeshauptmann Arno Kompatscher bei der heutigen Unterzeichnung.Der heute besiegelte Tausch mit einem Gesamtwert von 192 Millionen Euro erfolgt zu Marktbedingungen und gilt als Gegenleistung für die Kraftwerksanteile der friulanischen Cellina Energy, die SEL in diesem Jahr der Edison abgetreten hatte. Zusätzlich verpflichtet sich die Edison zu einer Ausgleichszahlung von 8 Millionen Euro an die SEL. Durch die jetzt vorgenommene Anteilsübernahme ist die Energiegesellschaft SEL nun im Besitz von hundert Prozent der Hydros-Anteile und hat ihre Beteiligung an SELEDISON auf 69 Prozent ausgebaut. Wobei die SELEDISON-Beteiligungen von Selfin (15%), Etschwerken (8) und Vinschger Gemeinden (8) unverändert geblieben sind."Mit dieser Unterschrift haben wir nun nach Jahrzehnten ein besonders für den Vinschgau leidvolles Kapitel einer fermdbestimmten und ausschließlich gewinnorientierten Energiepolitik beendet", erklärte Energie- und Umweltlandesrat Richard Theiner, der auch auf die ökologischen Aspekte des Abkommens verwies: "Die Übernahme der Kraftwerksanteile spiegelt auch unser Bemühen um eine ökologische Energiepolitik wider. Wir setzen damit auf erneuerbare Energien und bewegen uns in Richtung KlimaLand Südtirol." Zum anderen, so der Energielandesrat, sei die heutige Übernahme der Edison-Anteile durch die SEL eine der Voraussetzungen für den Markteinstieg des neuen Energiedienstleisters Alperia.Die wirtschaftlichen Vorteile der Anteilsübernahme stellte SEL-Präsident und künftiger Alperia-Vorstandsvorsitzender Wolfram Sparber in den Vordergrund: "Mit der Übernahme der Edison-Anteile bleiben Erträge und Steuern der großen ehemaligen Edison-Werke zur Gänze in Südtirol." Der Stromproduktionsanteil, den die SEL mit der heutigen Unterzeichnung übernommen hat, beträgt rund 666 Gigawattstunden im Jahr.Für SEL-Vizepräsident Giovanni Polonioli handelt es sich bei der Vereinbarung um eine Gelegenheit: "Wir haben die Chancen genutzt, wo andere nur Probleme gesehen haben. Durch diesen Vertrag können wir Synergien besser nutzen", so Polonioli.Edison-Geschäftsführer Bruno Lescoeur hob die gute Zusammenarbeit mit dem Land hervor. "Die Nutzung der Wasserkraft ist von großer Bedeutung und stellt ein Potential dar. Daher wollen wir auch weiterhin mit dem Land Südtirol zusammenarbeiten", sagte Lescoeur.Der Meraner Bürgermeister Paul Rösch schloss abschließend an die Worte von Landesrat Theiner an und wies darauf hin, dass nicht nur im Vinschgau, sondern beispielsweise auch im Ultental in der Vergangenheit durch die Energienutzung großes Leid für die Bevölkerung entstanden sei. "Die Übernahme der Kraftwerke stellt für Südtirol einen großen Schritt dar", betonte Rösch. Video Pressekonferenz: http://we.tl/h48NsoKkFyInterview LH Kompatscher: http://we.tl/4GGLBYRbDlInterview LR Theiner: http://we.tl/Ihzg9sVzHxInterview Wolfram Sparber: http://we.tl/kbf4UNlVRGAudios der Interviews Kompatscher, Theiner, Polonioli, Sparber: http://we.tl/xYVm5fPa0kjw
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