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LH Kompatscher zum Jahreswechsel: Vision 2050 lautet „Südtirol, Europa“

„Südtirol, Europa“ lautet die Vision von LH Arno Kompatscher für Südtirol 2050 beim Dialog zum Jahreswechsel mit Journalist Christoph Prantner am 30. Dezember in Bozen. Südtirol soll demnach als Land mit starker Identität und Ressourcen in Mehrsprachigkeit und Alpinwesen ein Maximum an Autonomie erreichen und zugleich Brücke der Kultur, Natur und Wirtschaft zwischen Nord und Süd sein, so der LH.
Südtirol stehe nie außerhalb des nationalen oder europäischen Kontexts, denn alle Entwicklungen und Entscheidungen auf diesen Ebenen beträfen das Land auch, erklärte der Landeshauptmann und verwies auf seine Verhandlungen in Rom, Wien und Brüssel sowie die Zusammenarbeit Südtirols mit dem Trentino und dem Bundesland Tirol in der Euregio.„Wir müssen uns noch besser vernetzen und mit anderen Ländern und Regionen zusammenarbeiten, um uns auf neue Entwicklungen einzustellen“, betonte Kompatscher. Als Beispiel erfolgreicher Kooperation nannte er die EU-Strategie für den Alpenraum EUSALP. Vorrangiges Ziel der EUSALP sei eine enge Zusammenarbeit der Alpenländer in den Bereichen Umwelt, Bildung, Gesellschaft, Wirtschaft und Naturgefahren. „Es gibt dazu insgesamt neun Aktionsgruppen, wobei Südtirol in zwei davon, also Energie/Umwelt sowie Verkehr die Leadfunktion hat“, unterstrich der Landeshauptmann.Natürlich sei es wichtig, die Sorgen und Ängste der Bürger hinsichtlich der Globalisierung ernst zu nehmen, aber gleichzeitig dürfe Südtirol sich nicht verschließen, denn das Land profitiere auch davon, so beispielsweise beim Export, wo die Exportquote von derzeit 20 auf 30 Prozent angehoben werden soll, erklärte Kompatscher.Gerade das Regionale gebe aber auch Sicherheit, so der Landeshauptmann. „Wir müssen einen modernen Heimatbegriff entwickeln und unsere starken Wurzeln ausdehnen, damit sich das Land selbstbewusst öffnen und auf kultureller und sozialer Ebene weiter wachsen kann“, betonte Kompatscher. Gerade das friedliche Zusammenleben der Kulturen, für das Südtirol stehe, sei eine große Ressource, meinte der Landeshauptmann. „Bei der Unterbringung von Flüchtlingen und der Bereitstellung von Schlafplätzen während der kalten Jahreszeit konnten wir auf das breite Südtiroler Netzwerk der Zivilgesellschaft zurückgreifen“, zeigte sich Kompatscher erfreut.Der Landhauptmann kündigte an, bei seiner Politik auch weiterhin an Maximum an Autonomie für Südtirol zu verfolgen, allerdings nicht als Selbstzweck, sondern um dem Land und der Gesellschaft starke Wurzeln und eine starke Identität zu geben, damit Südtirol die Brückenfunktion zwischen Nord- und Süd als Schnittpunkt der Kulturen, Natur- und Wirtschaftsräume wahrnehmen und daraus Kapital schlagen könne. „Die Mehrsprachigkeit und auch die Kompetenzen im alpinen Bereich sind unsere großen Stärken - wir können und wollen ein Modellland für ein funktionierendes Europa sein“, erklärte Kompatscher. „Wir brauchen aber auch die europäische Politik, um auf globaler Ebene zu bestehen“, so der Landeshauptmann. Video Mediendialog des LH zum Jahreswechsel http://we.tl/qgxlpLAfC2Interview LH Kompatscher http://we.tl/BNnvt2on2jAudiodateien (mp3) der Interviews http://we.tl/epYzZ1ImboSAN
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