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Reportage aus dem Iran

Sehnsucht nach dem Westen

Zwischen totalitärem Regime und liebenswerten Untertanen. Eine Reise ins Land der Lügen und Widersprüche.

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Bild: "Naqshe Jahan Square" - Teseo La Marca

Es ist Mittag in Tabriz. Die Sonne schlägt fast senkrecht auf die Pflastersteine der Altstadt ein. Mohammed ist kurz vor dem Aufgeben, erste Schweißperlen rollen über seine Stirn. Schon vier Stunden lang ist der 18-jährige Maturant durch seine Heimatstadt gewandert, ohne fündig zu werden. Kommende Woche muss er die Abschlussprüfung des Gymnasiums bestehen, doch das kümmert ihn wenig. Außerdem ist heute Freitag, der Ruhetag der Muslime. Mohammed wollte ihn damit verbringen, einem Touristen seine Heimatstadt zu zeigen. Nicht für Geld, das interessiert ihn wenig. Mit Ausländern in Kontakt zu treten reicht ihm. Denn wegen der internationalen Sanktionen ist es Iranern nahezu unmöglich, aus ihrem Land zu reisen. Das ist also Mohammeds eigener Weg, andere Länder und Denkweisen kennenzulernen: Er freundet sich mit Reisenden an.

Als er schon im Begriff ist, den Heimweg einzuschlagen, bemerkt Mohammed einen jungen Mann auf einer Parkbank. Trekking-Hose, T-Shirt, Kamera um den Hals gebunden. Das sieht nach einem Touristen aus. Wie sich gleich darauf herausstellt, handelt es sich um einen Studenten aus Italien, der erst am Tag zuvor die Grenze von der Türkei zum Iran überquert hat. So kam es also, dass Mohammed auf mich traf.

Ich merke auf der Reise recht schnell, dass Mohammed keine Ausnahme ist. Europäer scheinen allgemein sehr hoch im Kurs zu stehen. Überall wird man eingeladen, in Gespräche verwickelt, zu einem gemeinsamen Selfie gebeten. Doch die legendäre iranische Gastfreundschaft, die von vielen Reisenden so gerühmt wird, basiert vielleicht auch auf einer Art positiven Rassismus. Araber zum Beispiel sieht man nicht gerne, auch Asiaten schätzt man eher gering. Flüchtlinge aus dem benachbarten Afghanistan haben es im Iran deswegen oft nicht leicht. Warum gerade Menschen aus dem Westen so beliebt sind, verstehe ich erst im Laufe der folgenden Tage. Da führt mich die Reise weiter südlich, nach Teheran, Isfahan und dann zurück in den Norden, bis nach Aserbaidschan.

„Das einzige, was uns hier fehlt, sind Bars und Stripclubs“, sagt ein Bewohner von Tabriz.

Der erste Eindruck, den mir die Stadt Tabriz vom Iran bot, war bezeichnend. Die Menschen waren ab dem späten Nachmittag alle auf den Straßen. Familien, Onkel, Tanten, Enkelkinder und Großeltern, auch junge Verliebte – sie alle suchten mit Decken und Essenskörben die Parks der Stadt auf, um dort zu picknicken, Musik zu hören und zu tanzen. Die meisten Frauen trugen Duttfrisuren, damit sie das obligatorische Kopftuch einfach nur am Dutt aufhängen konnten. So bleibt möglichst viel Haarpracht zu sehen. „Das einzige, was hier fehlt, sind Bars und Stripclubs“, sagt ein Bewohner von Tabriz. „Wenn unsere Mullahs endlich zum Teufel gehen würden, wäre der Iran ein Paradies auf Erden.“ Doch am nächsten Tag wird sich das Straßenbild drastisch ändern, warnt mich Mohammed, während er mir die Stadt zeigt. Denn da fängt offiziell der heilige Fastenmonat Ramadan an.

Der erste Tag in Tabriz. Wo man hinsieht, Menschen, Musik und Ausgelassenheit. Man nutzt den letzten Tag vor dem Ramadan.

Bild: Teseo La Marca

Eine harte Angelegenheit: Von Sonnenaufgang  bis Sonnenuntergang dürfen alle Muslime, die physisch dazu in der Lage sind, weder essen noch trinken. Das sind in dieser Jahreszeit beinahe 15 Stunden. In diesem Zeitfenster sind das Essen und Trinken in der iranischen Öffentlichkeit auch per Gesetz verboten. Anfangs versuchte ich mich noch selbst im Fasten, musste mich aber bald geschlagen geben. Sobald das Fasten mit dem Abendgebet beendet wird, hat der verweichlichte Westeuropäer erst einmal das unbändige Bedürfnis, eine ganze Wasserflasche in einem Zug leer zu trinken. Während ich das tat, bereitete mein iranischer Tischgenosse mit südländischer Gemütlichkeit seinen Schwarztee zu, trank ihn dann in langsamen Schlucken. Er war das gewohnt. Doch auch den Bewohnern des mittleren Ostens kann der Verzicht auf jegliche Zufuhr von Flüssigkeit bei 40 Grad Hitze Schwierigkeiten bereiten. Dass viele Menschen hier an Nierenproblemen leiden, ist kein Zufall.

Mohammed fastete zum Zeitpunkt unserer Begegnung schon seit zwei Tagen, um sich rechtzeitig einzugewöhnen. Er ist streng gläubig. Aber nicht nur das. Wie ich bald von ihm erfahre, ist er Mitglied der berüchtigten Basidschi. Da horche ich auf. Denn die Basidschi waren mir bisher nur wegen ihres sehr unrühmlichen Rufes bekannt. Sie bilden jene staatliche Jugendorganisation, die versucht, die heranwachsenden Iraner schon ab ihren frühesten Lebensjahren zu treuen Regime-Anhängern und Religionswächtern heranzubilden. Sie sind das iranische Pendant zur Hitlerjugend in Nazideutschland oder zum Komsomol in der Sowjetunion. Doch Mohammed scheint so gar nicht diesem negativen Bild zu entsprechen. Er spricht sich für eine Trennung von Staat und Religion aus, lernt in einem privaten Institut Englisch, geht neugierig auf Andersgläubige zu.

Vom westlich orientierten Königreich zum islamistischen Gottesstaat

Trotzdem dürfte er innerhalb der Basidschi eine Ausnahme sein. Wer im Iran nicht selbst Mitglied der Basidschi ist, der hasst sie. Die Organisation ist ein Überbleibsel aus dem Ersten Golfkrieg gegen den Irak in den 80er-Jahren. Damals waren die Basidschi eine paramilitärische Organisation mit dem Zweck, Kindersoldaten für die Front zu rekrutieren. Der Irak hatte kurz zuvor die Schwäche des Nachbarstaats genutzt, um einen Eroberungszug zu wagen. Die Islamische Republik Iran war zu diesem Zeitpunkt nämlich erst einige Monate alt. Offiziell herrschte der schiitische Klerus, inoffiziell das Chaos. Kurz zuvor, im Jahre 1979, krempelte die Islamische Revolution den Iran um, machte aus einem wirtschaftsliberalen, westlich orientierten Land das Reich der Mullahs und verschleierten Frauen. Zunächst war es eine Revolte, die von sozialistischen Motiven getragen wurde. Denn der vom Westen favorisierte Schah, der jahrzehntelang das Land mit diktatorischer Strenge regiert hatte, kümmerte sich wenig um die breite Masse der Armen. Stattdessen organisierte er exzentrische Partys, die das iranische Königshaus in den Boulevard-Blättern der ganzen westlichen Welt berühmt machten.

Wird man mit Alkohol erwischt, drohen bis zu 80 Peitschenhiebe und mehrere Monate oder sogar Jahre im Gefängnis.

Sehr rasch rissen aber die islamischen Extremisten die Revolution an sich. Heute ist die Islamische Republik eine Pseudo-Demokratie, faktisch eine Diktatur der schiitischen Geistlichen. An der Spitze steht der „Ayatollah“, der oberste Führer Ali Chamenei, der die politische und geistliche Macht unter sich vereint. Iranische Bürger dürfen zwar wählen. Doch die Kandidaten für das Präsidentenamt werden vom sogenannten Wächterrat bestimmt, deren Mitglieder zum Teil wiederum von Chamenei selbst ernannt werden. So wird garantiert, dass keine allzu liberalen Persönlichkeiten in die Liste der Präsidentschaftskandidaten gelangen.

Mit absoluter Mehrheit haben die Iraner in den letzten beiden Wahlgängen für den gemäßigten Kandidaten Hassan Rohani gestimmt. Doch abgesehen von einer zaghaften wirtschaftlichen und außenpolitischen Öffnung in Richtung Westen hat sich wenig getan. Das Straßenbild ist weiterhin bestimmt von Frauen mit Kopftuch oder in schwarzen Mänteln, den sogenannten Tschadors. Wer sich dem Kopftuch verweigert, wird verhaftet. Politische Gegner werden erbarmungslos verfolgt. Hinrichtungen stehen an der Tagesordnung. Und auch wer von Politik nichts wissen will, lebt gefährlich, wenn er sich nicht an die Sittengesetze hält. Wird man mit Alkohol erwischt, drohen bis zu 80 Peitschenhiebe und mehrere Monate oder sogar Jahre im Gefängnis. Für eine ausgelassene Partynacht der denkbar teuerste Preis.

Spätestens wenn man in Teheran ankommt, merkt man, dass sich zumindest eine Sache seit den Schah-Zeiten nicht geändert hat: die soziale Ungleichheit. Während die armen Stadtbewohner in den südlichen Vierteln zwischen Zerfall und Kriminalität hausen, gleicht der Norden der Stadt einem gediegenen Mittelschichtviertel Zentraleuropas. Hier residieren die Wohlhabenden in grünen Alleen und zum Teil in regelrechten Schlössern. Denen konnte selbst die Revolution nichts anhaben.

Wenn „wir“ nicht mehr „die Guten“ sind

Auch hier in Teheran treffe ich auf die Basidschi. Diesmal an einem eher ungewöhnlichen Ort. Es ist die frühere US-amerikanische Botschaft. Seit sie im November 1979 von Revolutionären eingenommen wurde, steht das Gebäude leer. Für die US-Regierung bedeutet dieses Kapitel bis heute ein schweres Trauma. Für den Iran ist es ein Triumph. „Down with USA“ fordert ein Graffiti an den Außenmauern der Botschaft. Im Gebäude selbst steht seit einem halben Jahr ein US-Israel-kritisches Museum für Besucher aus aller Welt offen. Organisiert und geleitet von den Basidschi.

Hier begegnet man einem anderen Narrativ der Geschichte. Der Westen ist darin nicht mehr der globale Verfechter von Demokratie und Freiheit, sondern ein imperialistischer Kriegstreiber, der in Wahrheit keine Werte kennt, wenn sie nicht zufällig den eigenen Interessen dienen. Diese wiederum verfolgt der Westen bevorzugt im mittleren Osten, unterstützt dort sogenannte Rebellen, um etablierte Machthaber abzusetzen, greift gerne auch mal direkt ein, wie im Nachbarstaat Irak oder in Libyen, und wenn die Dinge dann doch nicht ganz wie geplant laufen, zieht er sich wie eine Gewitterwolke unauffällig wieder zurück und will von dem hinterlassenen Chaos nichts mehr wissen. Die Länder, die seinem Imperialismus zum Opfer fielen, versinken währenddessen im Bürgerkrieg und wenn die Menschen aus dem jeweiligen Land flüchten wollen, lässt man im Westen einfach Mauern errichten oder verhängt immigration bans für muslimische Länder.

“Down with USA” – das ist die Position der Regierung, doch viele Iraner würden am liebsten selbst in die USA ziehen.

Bild: Teseo La Marca

Die iranische Geschichte des 20. Jahrhunderts ist selbst ein Musterbeispiel für diese Art von westlicher Außenpolitik. Als der 1951 gewählte Premierminister Mohammed Mossadegh unverzüglich nach Amtsantritt die  Verstaatlichung der iranischen Ölwirtschaft einleitete, gefiel das den ausländischen Investoren, insbesondere den Briten, die mit bis zu 80 Prozent an den Gewinnen beteiligt waren, überhaupt nicht. Zwei Jahre darauf, 1953, erfolgte der Putsch gegen Mossadegh, unterstützt von der CIA und dem britischen Geheimdienst, um den eigenen Einfluss im Iran zu sichern. Dieser Putsch erhob den ungeliebten Schah zur höchsten Machtperson, faktisch zu einem Diktator. Ohne jenen Staatsstreich würde der Iran heute sehr anders aussehen.

Auch in der Ausstellung in der ehemaligen US-Botschaft wird man über diese Zusammenhänge aufgeklärt. Mit dem Unterschied, dass hier kein Wort über die Brutalität des jetzigen Regimes verloren wird, das die Brutalität der Schah-Geheimdienste noch beträchtlich übersteigt. Als der junge Besucherbetreuer mich fragt, wie mir die Ausstellung gefallen hat, überlege ich mir die Antwort gut. „Ein Museum wie dieses sollte mitten in Washington stehen, wirklich“, sage ich. Der junge Mann lacht. „Allerdings“, füge ich hinzu, „sollte dann auch ein Museum in Teheran stehen, in dem all die Gräueltaten aufgearbeitet werden, die das Regime gegen seine eigenen Bürger begeht.“ Da lacht der Betreuer nicht mehr. Wider Erwarten nickt er plötzlich und gibt mir recht. An seinem Posten hatte ich mir jemanden erwartet, der der offiziellen Linie treu ist. Doch der Betreuer fährt fort: „Wir können hier leider nicht über Politik sprechen. Wenn man mich hört, können sie mich töten.“ Dann sprach er im Flüsterton dennoch über Politik weiter. Über die Fake-Wahlen, über seine Hoffnung, in einem freien Land zu leben, über die Vorurteile des Westens. Schließlich sagte er: „Lass deine Landsleute bitte eines wissen. Da ist ein enormer Abgrund zwischen dem, was die iranische Regierung ist, und zwischen dem iranischen Volk.“

„Wir können hier leider nicht über Politik sprechen. Wenn man mich hört, können sie mich töten.“ 

Diesem Abgrund begegnet man immer wieder. Mein zeitweiliger Reisegefährte aus den Niederlanden musste das an seinem Vollbart erfahren. Immer wieder sprachen ihn Einheimische darauf an, rieten ihm eindringlich, ihn abzurasieren. Zwei Wochen lang rätselte er über diese Abneigung gegen Bärte. Bis ihm ein Iraner erklärte: Es liegt an den verhassten Mullahs. Sie alle tragen Bärte, es ist geradezu das Symbol der islamischen Geistlichkeit. Deswegen werden die Bärte nicht gern gesehen. Es ist ein bisschen so, als würde man mit einer Scheitelfrisur aus den 30er-Jahren durch Deutschland reisen. So stark ist zuweilen die Abneigung gegen die Geistlichen.

Doch wo bleibt der Widerstand? Warum gehen die Menschen für ihre Freiheit nicht auf die Straße? Es ist nicht allein die Angst vor Inhaftierung und Peitschenhieben. „Arrangiert hat man sich mit der Diktatur zwar nicht“, sagt Parisa, eine 25-jährige Studentin. „Aber nichts wird hier mehr gefürchtet als eine neue Revolution.“ Parisa ist die Tochter eines Sekretärs im Ölministerium. Inzwischen hat sie einen zweiten Wohnsitz in Italien und genießt dort die Freiheiten des säkularen Europas. Für den Iran sehnt sie sich die Zeiten des Schahs zurück, die inzwischen von vielen Iranern maßlos idealisiert werden. Doch sie weiß wie jeder andere, dass keine Revolution dahin zurückführen kann. „Die Chancen, dass ein Aufstand eine Besserung der Verhältnisse bringen würde, sind gering“, sagt sie. „Aber schau dir unsere Nachbarländer in der Region an: Irak, Afghanistan, Syrien. Davor haben die Menschen wirklich Angst. Dass es so endet wie dort.“ Deswegen schätzt man die Sicherheit und die aktuelle Stabilität. Wenn man vor der Wahl zwischen Krieg und Frieden steht, wird Freiheit zum Luxusgut.

Wer (über)leben will, muss lügen

Doch die Iraner wissen, wie man dem totalitären Staat ausweichen kann. Sobald Parisa in ihrem Auto sitzt, wirft sie ihr Kopftuch in eine Ecke. Manche Sittenwächter sehen das zwar anders, aber für sie ist das Auto ein Privatraum. Danach dreht sie das Autoradio an, es läuft eine CD mit italienischen Liedern. Gerade ist es die Stimme Laura Pausinis, die aus den offenen Fenstern durch die Straßen von Teheran dringt, wo Frauengesang in der Öffentlichkeit verboten ist. Paria bringt mich zu meinem Couchsurfing-Gastgeber im äußersten Norden der Stadt (natürlich wäre auch Couchsurfing verboten). Dort werde ich von einem jungen Unternehmer namens Mahyar empfangen. Sein Wohnzimmertisch ist überzogen mit leeren Flaschen, Zigarettenstummeln und ausgedrückten Joints. Auf unsere Bekanntschaft trinken wir an diesem Abend noch einen hausgemachten Cognac. „Ramadan really pisses me off“, sagt er. Aber wenigstens hier kann Mahyar machen, was er will. Seine halbnackte Freundin sitzt neben ihm und nickt ihm zu.

Das wirkliche Leben spielt sich hinter verschlossenen Türen ab. Die Heime der Iraner sind kleine Bastionen der Freiheit.

So ist es hier überall: Auf den Straßen läuft alles nach offiziellen Regeln, doch das wirkliche Leben spielt sich hinter verschlossenen Türen ab. Die Heime der Iraner sind kleine Bastionen der Freiheit. Die Regale sind gefüllt mit selbstgemachtem oder illegal importiertem Alkohol, die Tischgespräche gespickt mit Flüchen auf die Regierung, die Kleiderkästen der Schlafzimmer verhängt mit allen Arten von Reizwäsche. Wer im Gottesstaat sein Leben leben will, ist gezwungen zu lügen. Es gibt Frauen, die seit ihrem 13. Lebensjahr nur Analsex haben, um dann doch als Jungfrauen in die Ehe gehen zu können. Es gibt Männer, die ihren Familien erzählen, sie flögen zur Pilgerfahrt nach Mekka, das Flugzeug landet aber mysteriöserweise in Bangkok. Und es gibt Ehen auf Zeit: Damit kann man ganz legal zu Prostituierten gehen. Man muss sie nur vorher heiraten – für die darauffolgenden ein oder zwei Stunden.

Darin gleicht der Lebensstil der Iraner ihrem halsbrecherischen Fahrstil. Sie brechen die offiziellen Regeln, als wären sie extra dafür geschaffen worden. Sie nutzen jeden erdenklichen Freiraum, um irgendwie weiterzukommen, auf der Straße wie im Alltag. Als Überholspur kann notfalls auch ein Bürgersteig dienen und alte Mopeds befördern nicht selten vier- oder fünfköpfige Familien durch die Straßen. Und auf rätselhafte Weise kommen die Menschen damit durch, ohne sich umzubringen. Der Umgang mit Lebensgefahr ist hier jedenfalls ein vollkommen anderer. Wahrscheinlich, weil sie zum täglichen Leben dazugehört.

Teseo La Marca

studiert in München und perfektioniert dort die Kunst der Prokrastination. Liebt die Freiheit, in anderen Worten: hat Bindungsängste gegen alles, außer gegen Südtirol, wohin er immer wieder gerne zurückkehrt.
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