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WorldSkills 2017

Wie die Stars

Fünf Medaillen und elf Exzellenzdiplome bringt das Team Italy mit nach Hause. Mit rotem Teppich, Livemusik und zahlreichen Gästen wurden die siegreichen Teilnehmer in Schloss Maretsch empfangen.

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Die WM-Teilnehmer beim Einzug

Bild: LVH

Ein Jahr Vorbereitung, sechs Stunden und zehn Minuten Flug, vier Tage Performance. Nun sind sie zurück, mit fünf Medaillen in der Tasche und der Erinnerung an viel Herzklopfen bei den WorldSkills 2017 in Abu Dhabi. Die 22 Teilnehmer sind erst am Morgen dort gestartet und betreten – ganz wie echte Stars – auch erst mit einer Stunde Verspätung den roten Teppich in Schloss Maretsch in Bozen, wo sie mit tosendem Applaus begrüßt werden. Das Schloss ist rappelvoll. Familie, Freunde, Arbeitgeber und Organisatoren haben sich eingefunden, um den jungen Talenten zum Erfolg zu gratulieren. Als sie einzeln im Spotlight über die alte Treppe in den Innenhof des Schlosses schreiten, kann man den Stolz der versammelten Fans regelrecht spüren. Auch Landeshauptmann Arno Kompatscher steht die Freude ins Gesicht geschrieben. „Südtirols Handwerk ist Weltmeister“, zieht er Bilanz. Doch nicht nur. Auch in der Nationenwertung konnte Südtirol punkten. „Als Land mit 500.000 Einwohnern in einer Weltmeisterschaft gegen Riesen wie China auf dem sechsten Platz zu landen, ist vorbildlich“, fährt er fort.
 

Das Schloss ist rappelvoll

Bild: LVH

Dann gibt ein kurzes Video Einblicke in die Zeit, die das Team Italy in Abu Dhabi verbracht hat. Die Bilder dokumentieren Momente der Verzweiflung ebenso wie die spannende Siegerehrung, lassen die Festgäste zu direkten Teilnehmern werden an den Emotionen und Erfahrungen, die das Team Italy geprägt und in seiner Entwicklung weitergebracht haben. Da ist sich auch Verena Vieider sicher. Die Gummererin hat die Höchstpunktezahl von 800 zwar nicht ganz erreicht, aber mit ihren über 700 Punkten konnte sie ein Exzellenzdiplom mit nach Hause nehmen. „Für mich selbst habe ich trotzdem Gold gewonnen“, meint die Floristin, „und zwar als mir meine Betreuerin Maria Ende am der Meisterschaft zu verstehen gegeben hat, wie überwältigt sie war.“ Wie viel Emotion im Spiel ist, wird auch bei der Ehrung auf der Bühne im Schloss Maretsch für alle sichtbar, als sich Betreuer und Teilnehmer gerührt in die Arme fallen.

Auch Thomas Tutzer erzählt von Aufregung, Stress und ganz viel Glücksgefühl am Ende. „In meiner Kategorie gab es 42 Teilnehmer, das sind so viele wie in keinem anderen Beruf. Ich wäre mit einem Platz unter den Top Fünf schon zufrieden gewesen, aber das ist natürlich noch besser“, sagt er und zeigt stolz auf die zwei Goldmedaillen, die um seinen Hals hängen: eine für den Kochweltmeister-Titel und die zweite für den sogenannten „best of nation“. Thomas hat von allen Team Italy Teilnehmern die meisten Punkte erzielt. Im Augenblick will er nur eines: ordentlich feiern und alles Revue passieren lassen.

„Für mich selbst habe ich trotzdem Gold gewonnen.“ (Verena Vieider)

So ganz realisiert haben das Gold-Glück auch Toni Mittermair und Hannes Kofler noch nicht. Die beiden Landschaftsgärtner sind die einzigen der 22 Teilnehmer, die im Team angetreten sind. „Das war aber kein Problem, immerhin kennen wir uns perfekt“, erzählt Toni. Vier Schuljahre und ein halbes Arbeitsjahr im Ausland haben die beiden zusammen verbracht, eine perfekte Vorbereitung auf Abu Dhabi. „Der schönste Moment dort war einfach, als wir gehört haben, dass die Schweizer auf dem zweiten Platz sind. Dann stand nämlich fest, dass Gold uns gehört“, lässt Hannes die Momente der Siegerehrung noch einmal an sich vorbeiziehen.

Für Goldschmied Alexander Stricker sind die WorldSkills nicht so glatt gelaufen. Ihm haben die Module zu schaffen gemacht, die täglich zur Bewertung abgegeben werden mussten. „Durch den Zeitmangel litt zudem die Qualität und das hat mich viele entscheidende Bewertungspunkte gekostet“, bedauert er. An den Moment nach dem Endgong der Meisterschaft, an dem er von seinen Eltern, Chef und Arbeitskollegen gefeiert wurde, erinnert er sich aber jetzt noch mit einer Gänsehaut.

Das letzte Wort bei dieser Feier in Schloss Maretsch hat – wie könnte es auch anders sein – die Musik. Bei der Alpine Welt Music von Vinorosso wird allen Anwesenden noch einmal bewusst, wie sich das anfühlt, wenn Südtirol die Welt erobert.

 

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