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Männer im Glutrausch

Revolution am Grill

​Lammravioli, Alpen-Tortillas oder Apfel-Birnen-Tarte: Die Männer im Glutrausch revolutionieren die Grillwelt. Mit ihrem neuen Buch gelingt auch dein Steak ganz sicher.

Grillen ist auch nicht mehr das, was es einmal war – zumindest, wenn es nach den Männern im Glutrausch geht. Bei ihnen gibt es keine fetttriefenden Bratwürstchen oder faden Truthahnschnitzel, dafür aber Lammravioli und gefüllte Zucchini vom Grill, zarten Lachs und feines Onglet, kreative Ideen und regionale Produkte. Da sage noch einer, früher war alles besser.

Die Männer im Glutrausch (kurz: MiG), das sind Myrko Leitner, Michele Capano und Haymo Gutweniger. Start für die Pusterer Grillformation war 1998 beim legendären Schlossberg Open Air in Bruneck, wo Leitner und Capano hungrige Festivalbesucher verköstigten. 2012 stieß Gutweniger zum Team dazu. Mittlerweile halten die MiG landesweit Seminare und Kurse, grillen auf privaten Events und zeigen ihre Grillkunst – „Alpine Grill & BBQ“ genannt – einem breiten Publikum, das sie mit ihrer Leidenschaft anstecken wollen. Jetzt haben die drei bei Edition Raetia ihr erstes Buch veröffentlicht und spannen darin den Bogen von den Grundlagen guten Grillens bis zu ihren ausgefallenen Rezepten.

Beim Grillkurs in Sand in Taufers erlebt man die drei Männer in Aktion. Zunächst werden Messer gewetzt und Grundsätzliches erklärt: Das Fleisch soll gegrillt und nicht frittiert werden, die Qualität der Produkte ist entscheidend, und für ein gutes „Rippile“ dürfen schon vier bis fünf Stunden eingeplant werden. Außerdem erläutert das Trio technische Aspekte wie direkte und indirekte Hitze und führt raffinierte Methoden wie das Grillen auf der Planke vor. 

Bild: Gerd Eder

„Grundsätzlich kann alles gegrillt werden, was gekocht werden kann“, sagt Leitner, und Capano ergänzt: „Es geht darum, Vielfalt und Abwechslung zu schaffen.“ Ungeübte sollen sich einfach trauen, meint er, denn: „Gelernt ist niemand vom Himmel gefallen, man muss einfach probieren.“ Im Hintergrund zieht Gutweniger einem Lachs die Gräte.

Man merkt schnell: Hier sind Profis am Werk, die sich ihre Kreativität und ihren Pioniergeist erhalten haben. Grillstationen der Männer im Glutrausch waren etwa der Strand von Rimini, hoch gelegene Berghütten oder auch das winterliche Rein in Taufers, denn die Grillsaison geht für sie „vom 1. Jänner bis zum 31. Dezember“. Auch geschmacklich scheuen sie keine Experimente und entwickeln so besondere Rezepte wie etwa den Pressknödelburger oder das Graukassoufflé. Getreu dem Motto „Alles unter vier Zentimetern ist Carpaccio“ darf es, was das Fleisch betrifft, ruhig richtig deftig werden.

Bei allem Spaß und Entertainment haben die MiG aber auch ein ausgeprägtes Bewusstsein für den Wert lokaler Produkte und nachhaltiger Fleischproduktion. Aus diesem Grund verwenden sie so viel vom Tier wie möglich – also nicht nur die Prachtstücke wie das Filet, sondern etwa auch Hirn und Innereien. Außerdem schätzen sie die kulinarische Vielfalt Südtirols, die die Basis für ihre Rezepte und Kreationen bildet.

Bild: Gerd Eder

Der Abend im Glutrausch in Sand in Taufers endet mit einer Apfel-Birnen-Tarte mit Preiselbeeren, frisch aus dem Kugelgrill. Der Boden ist weich und knusprig zugleich, das Obst warm und rauchig. Spätestens jetzt steht fest: Grillen ist wirklich nicht mehr, was es einmal war – den Männern im Glutrausch sei Dank. 

Wer jetzt Lust bekommen hat, den Grill anzuwerfen und dabei auf die Tipps der Profis nicht verzichten will, dem sei das neue Buch der Männer im Glutrausch ans Herz gelegt. Damit gelingt das Steak sicher.

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