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Einfach Kaserisch

Der Säufer, der Eingesperrte, der immer Schimpfende, Schreiende und Schreibende: Norbert C. Kaser wird zu seinem 70. Geburtstag zurück in die Zukunft geholt.

Was wohl aus Norbert C. Kaser geworden ist? Das hat sich neben den vielen anderen Südtiroler Autorinnen und Autoren auch Margit von Elzenbaum gefragt und ein Interview mit einer Schülerzeitung in die Wege geleitet:

Dominik: Herr Kaser, wir haben im Deutschunterricht Ihr Gedicht „deine heimat“ gelesen. Die erste Aufgabe dazu war, den Rhythmus des Gedichts auf uns wirken zu lassen. Eine Schülerin hat gesagt, das Gedicht klingt nach hingeworfenen Wörtern wie bei Poetry Slam. Sind Sie ein Vorläufer von Poetry Slam?
N. C. Kaser: Ich wollte von nichts ein Vorläufer sein. Es kann auch kein Vorläufer wissen, dass er einer ist. Erst jetzt, wenn ich zurückhöre, klingt mir „deine heimat“ wie ein frühes Wort-Schleuder-Gedicht. Und es sagen auch ein paar gute Freunde, die selbst slammen, dass Poetry Slam in mir steckt (er lacht). Man hat mir sogar zum Geburtstag ein Aquarium geschenkt, weil man denkt, dass das Zick-Zack-Schwimmen der Fische mich wieder zum Schreiben bringt (Pause). Und weil Fische nicht dazwischenreden.

[…]

Dominik: Sind Sie mit Ihrer Arbeit zufrieden oder gibt es etwas, das sie streichen möchten?
N. C. Kaser: Keine Silbe möchte ich streichen. Ich habe schon rechtzeitig gestrichen.

Dominik: Haben Sie für Schüler geschrieben oder für Erwachsene?
N. C. Kaser: Wenn ich gut bei Stimmung war, habe ich für Schüler geschrieben. Wenn die Stimmung schlecht war, habe ich für ganz bestimmte Erwachsene geschrieben. Und wenn ich einfach nur schreiben wollte, habe ich für mich geschrieben.

Zum Buch:

Stadtbibliothek Bruneck (Hrsg.)
endet denn der winter nie?
N.C. Kaser zum 70. Geburtstag – Wortstiche Südtiroler Autorinnen und Autoren
Edition Raetia

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